I got Rhythm – Das Leben der Jazzlegende Coco Schumann

Coco,Schumann
„I got Rhythm" - das Leben der Jazzlegende Coco Schumann

Caroline Gille, Niels Schröder

I GOT RHYTHM

Das Leben der Jazzlegende Coco Schumann

ISBN 978-3-89809-111-4

be.bra verlag

Coco Schumann war seit Ende der 1930er-Jahre als Jazzgitarrist Teil der pulsierenden Bar- und Nachtclubszene Berlins – bis die Nazis seiner Karriere ein jähes Ende bereiteten. Als »Halbjude« wurde er erst nach Theresienstadt, später nach Auschwitz deportiert, wo ihn nicht zuletzt die Musik vor dem allgegenwärtigen Tod rettete. Diese Graphic Novel erzählt die Geschichte eines spannungsreichen Künstlerlebens bis hin zum Neuanfang Coco Schumanns nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Zeichner Niels Schröder wurde im Film „Musik als Zuflucht" vorgestellt und kurz interviewt. © niels-schroeder
„Musik als Zuflucht" von Andrea Roth © BR


Coco-Schumann - seine gezeichnete Lebensgeschichte in Form der Graphic Novel „I got Rhythm" von Caroline Gille und Niels Schröder.
„I got Rhythm"

Im Prolog erzählt Coco Schumann wie alles begann.


Niels Schröder zeichnete das Leben von Coco Schumann - die Graphic Novel „I got Rhythm" von Caroline Gille und Niels Schröder. © Niels-Schroeder
© Niels Schröder

Coco Schumann wird am 14. Mai 1924 in Berlin geboren. Sein Großvater mütterlicherseits war das Familienoberhaupt – stolzer Offizier im 1. Weltkrieg, Eigentümer eines Friseurgeschäftes im Scheunenviertel und patriotischer deutscher Jude. Sein Großvater väterlicherseits stammte aus Thüringen und war Handwerker von Beruf – er war zwar nicht jüdisch, konvertierte aber zuliebe seiner Frau zum jüdischen Glauben. Die Familie war entsprechend tolerant. Man feierte einfach die Feste beider Religionen.


Coco-Schumann

„I got Rhythm" - die Graphic Novel über das Leben von Coco Schumann. Von Caroline Gille und Niels Schröder © niels-schroeder
© Niels Schröder

Musik spielte eine große Rolle im Hause Schumann. Hier sieht man seine Eltern im Wohnzimmer tanzen – zur Musik der neuesten Schlager. Coco Schumanns Onkel Artur war Friseur und zugleich Schlagzeuger. Er wurde zum Vorbild für den kleinen Neffen. Und so lernte Coco Schumann das Schlagzeugspielen. Das sollte später noch sehr hilfreich für ihn werden.


Niels Schröder
Berlin Alexanderplatz um 1928.

In den Zwanziger Jahren pulsierte das Leben in Berlin. Aber wirtschaftlich sah es für die meisten Menschen nicht gut aus. Trotzdem ließen sich die Berliner die Suppe nicht versalzen und genossen ihre Stadt mit Lebenslust. Auch die Familie Schumann.


Niels Schröder zeichnete die Graphic Novel „I got Rhythm" über das Leben der Jazz-Legende Coco Schumann. be.bra verlag 2014

In diesem Berlin der Weimarer Zeit begann alles. Coco Schumann verbrachte seine Kindheit im Scheunenviertel und rund um die Schönhauser Allee. Später übersiedelte die Familie nach Halensee. Mit einer Schilderung der bunten Jahre der Weimarer Republik und der sich zuspitzenden politischen Entwicklung beginnt die Graphic Novel.


Niels Schröder zeichnete das Leben der Jazz-Legende Coco Schumann. Graphic Novel „I got Rhythm" von Caroline Gille und Niels Schröder
Die Swing-Jugend in Berlin.

Coco Schumann trifft, nach einem Besuch in seiner „Stamm-Eisdiele" in Charlottenburg Angehörige der verbotenen Swing-Jugend. Diese Jugendlichen besitzen einen sogenannten „Lido-Koffer." Einen portablen Plattenspieler auf dem sie die verbotene Swing-Musik hören. Jetzt hat Coco Schumann Verbündete – denn im Jazz kennt er sich aus. Die Swings sind beeindruckt von den Kenntnissen des noch jungen Schumanns. Und nehmen ihn in ihre verschworene Gruppe auf.


Swing in Berlin. Die Swing-Jugend, die sogenannten Swings waren die Heimat des Jazz-Gitarristen Coco Schumann.
Nachtleben und Clubszene.

Niels Schröder zeichnete diese Szene in der Coco Schumann den Sylvesterabend 1939 mit einer Französin verbringt. Sie gibt ihm den Namen Coco. Sie sitzen am Lietzensee in Berlin. © Niels-Schroeder
Am Lietzensee 1939.

Niels Schroeder
Verstecke in der Öffentlichkeit.

Niels-Schroeder zeichnete die Graphik-Novel I-got-Rhythm über das Leben von Coco-Schumann.
Aus: „zibb“ © RBB Fernsehen

Machtergreifung 1933. SA-Trupps marschieren. Das Leben von Coco Schumann ändert sich. © Niels Schröder „I got Rhythm" Graphic Novel 2014.
Die SA kontrolliert die Straßen.

Am 30. Januar 1933 wird die Regierungsgewalt im Deutschen Reich auf die NSDAP und ihre Verbündeten, die DNVP und den Stahlhelm übertragen. Nun ändert sich gravierend auch das Leben der Familie Schumann. Doch bis zu den sogenannten Nürnberger „Rassegesetzen" vergehen noch zwei Jahre und zunächst leben die Menschen so weiter wie bisher. Aber die Luft wird immer dünner für alle, die von den Nazis als Feinde betrachtet werden.


Niels Schröder zeichnete die Graphic Novel „I got Rhythm" über das Leben von Coco Schumann.
Im Café am Ku'damm.

Coco Schumann lebt als Musiker im Berliner Nachtleben – Clubs und Bars sind sein Versteck.

Er begegnet einer Französin, die ihm seinen Vornamen Coco verpasst. Denn eigentlich heißt

er ja Heinz Jakob.


Dieses Untertauchen in Berlin geht lange gut. Doch 1943 wird Coco Schumann in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße vorgeladen. Vermutlich wurde er denunziert, das kann man jedenfalls aus dem Wortlaut der Anklageschrift schließen. Coco Schumann soll nach Auschwitz deportiert werden. Doch sein Vater interveniert. Er spricht mit dem SS Offizier, der für die Transporte zuständig ist. Und es gelingt ihm, dass sein Sohn jetzt nicht nach Auschwitz, sondern nach Theresienstadt deportiert wird.


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Theresienstadt

In dieser Szene sieht man die Deportation der für die Vernichtung ausgewählten jüdischen Gefangenen des KZ Theresienstadt nach Auschwitz. Kurz zuvor wurde der Film „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" fertiggestellt. Diesen Titel gaben die jüdischen Bewohner Theresienstadts dem Film, es ist ein Beispiel schwarzen Humors – jedoch ist der Film bis heute unter diesem Titel bekannt.

In ihm ist in einer Szene auch Coco Schumann zu sehen – als Schlagzeuger der Band „Ghetto Swingers."

 

Entgegen der Versprechen der Lagerleitung wurden die Beteiligten an der Produktion nach Fertigstellung des Films nicht freigelassen, sondern unmittelbar darauf in die Vernichtungslager nach Polen deportiert. Die SS wollte keine Zeugen des Propagandafilms am Leben erhalten.


Deportation von Theresienstadt nach Auschwitz: Der Zeichner Niels-Schröder gestaltete die gezeichnete Biografie des Holocaust-survivors Coco-Schumann. Von Theresienstadt ging es nach Auschwitz.
Deportation von Theresienstadt nach Auschwitz.

Niels Schröder zeichnete die Graphic Novel „I got Rhythm" zu Texten von Caroline Gille. © niels-schroeder 2014
Dr. Mengele bei der Selektion.

Ankunft in Auschwitz Birkenau. Joseph Mengele persönlich führt die Selektionen aus und sorgt von Anfang an für puren Terror. Coco Schumann hat erneutes Glück: Er kommt auf die sichere Seite. Ein Freund von ihm geht auf die andere Seite, weil er bei seinen alten Eltern bleiben möchte – und wählt damit den Weg in den Tod. 


Auschwitz gas-chamber. The way how the industrial murder of the jews took place. A double page of the graphic novel „I got Rhythm" about the jewis jazz-musician Coco Schumann made by Niels Schroeder.
Der Vorgang der Vernichtung.

Es geht in der Graphic-Novel nicht allein um das Einzelschicksal von Coco Schumann - obgleich dieses Einzelschicksal exemplarisch und symbolträchtig für die Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums in Europa während der Herrschaft des Dritten Reiches ist. Aber um das Grauen zu verstehen ist Rationalismus notwendig. Denn man kann nicht erahnen was sich in dieser Zeit, vor allem nach der Wannsee-Konferenz 1941, abspielte, wenn man nicht auch die „Technik der Vernichtung" versteht. Dieser Ansatz ist in dem Comic von Caroline Gille und Niels Schröder imanent enthalten. Es gibt erklärende Doppel-Seiten und erläuternde dokumentarische Seiten, die die Geschichte intensivieren. Diese sorgen für ein „Plus" an Information wo dieses für hilfreich und notwendig erachtet wurde.


Der Bayerische Rundfunk brachte am 3. Juni eine Dokumentation über Coco Schumann. Auch Seiten der Graphic-Novel wurden darin gezeigt. © niels-schröder
Bayerisches Fernsehen © BR

Auschwitz. Coco Schumann wird 1944 dorthin deportiert. Graphic Novel, gezeichnet von Niels Schröder.
Glückliche Zufälle – Bekannte im KZ Auschwitz.


1944 wird Coco Schumann von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert – in dieser Hölle hilft ihm erneut der Zufall: Er trifft auf Bekannte aus Berlin die ihm weiterhelfen. Auch in dieser Hölle rettet ihn die Musik.


Wehrmacht, General Schörner, Zweiter-Weltkrieg, Niels-Schroeder, bebra.verlag, Graphic-Novel
Wehrmacht in der Endphase


Als die Rote Armee sich Auschwitz nährt, wird Coco Schumann mit anderen Gefangenen auf einen Todesmarsch nach Westen geschickt. Auf diesem Weg begegnen sie Einheiten des Generalfeld-marschalls Schörner, die nicht zulassen wollen, dass diese KZ-Häftlinge überleben. Aber auch diesmal hat Coco Schumann wieder unglaubliches Glück.


Niels Schröder zeichnete die Graphic Novel „I got Rhythm" über das Leben von Coco Schumann zu Texten von Caroline Gille. © niels-schroeder
Die Amerikaner

1945 wird Coco Schumann von den Amerikanern befreit – am 1. Mai, eine Woche vor der deutschen Kapitulation. Aber die Strapazen haben ihn an die körperlichen Grenzen gebracht, er muß erst in einem Lazarett wieder gesund gepflegt werden. Als er sich erholt hat, kehrt er zurück nach Berlin.


Wehrmacht und SS. Das Ende des Krieges erlebt Coco Schumann dramatisch. US Soldaten befreien ihn und seine Leidensgenossen. Die SS ergibt sich ebenso wie die Einheiten der Wehrmacht.
Befreiung

„I got Rhythm" - Graphic Novel über das Leben von Coco Schumann. Mit Aquarellen von Niels Schröder zu Texten von Caroline Gille. be.bra verlag berlin 2014.
1945. Alliierte in Berlin

Coco Schumann beschrieb die Zeit unmittelbar nach der Befreiung im Sommer 1945 als „elektrisch.“ Die Menschen feiern das Ende des Krieges mit Jazz-Musik.


Kurz nach dem Krieg beginnt in Deutschland zunächst die Reorganisation durch die Alliierten. In Nürnberg soll den Hauptkriegsverbrechern der Prozess gemacht werden. Coco Schumann nimmt diese Prozesse zur Kenntnis. Aber die Millionen Ermordeten können diese nicht umkehren. Dennoch – es ist ein erster Schritt. Im Bild unten einige der Angeklagten: Keitel, Kaltenbrunner, Hess und Göring.

Die Nürnberger Prozesse. Im Bild: Keitel, Kaltenbrunner, Hess und Göring. Graphic-Novel gezeichnet von Niels-Schröder. be.bra Verlag Berlin. © Niels Schroeder
Keitel, Kaltenbrunner, Hess und Göring

Berlin, Flughafen Tempelhof in den 1950er Jahren. Ein amerikanischer Jazz-Musiker wird abgeholt um am Abend ein Konzert zu geben. Niels Schröder zeichnete die Graphic Novel „I got Rhythm" / be.bra
Flughafen Tempelhof, 50er Jahre.

In der Nachkriegszeit trifft Coco Schumann viele berühmte Künstler. Wie Marlene Dietrich. Niels Schröder zeichnete die Graphic Novel „I got Rhythm" über das Leben von Coco Schumann. © niels-schroeder
Marlene Dietrich

In der Nachkriegszeit trifft Coco Schumann viele berühmte Künstler. Wie etwa Louis Armstrong, Ella Fitzgerald – oder auch, wie hier im Bild, Marlene Dietrich. Marlene Dietrich, die sich in der NS Zeit ausdrücklich und mit aller Härte gegen Hitler und die Nazis entschied und nach Hollywood emigrierte, wurde von vielen Deutschen nach dem Krieg noch als Überläuferin betrachtet. Coco Schumann sah das anders, für ihn war sie bewundertes Idol seiner Jugendzeit.


Coco_Schumann musiziert an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Er hat die Hölle von Auschwitz überlebt und taucht ein in das Leben der Bundesrepublik und ihrer neuen Freiheit. Niels Schröder
Nachkriegszeit. Kreuzfahrten

Holocaust survivor and jazzguitarrist Coco Schumann from Berlin in a concert in 2012. The graphic-novel „I got Rhythm" from Caroline Gille and Niels Schroeder tells the stroy of his life.
2012: Coco Schumann und Band

Hier sieht man die Coco-Schumann Band mit ihrem Bandleader Coco Schumann. Ab und zu tritt er noch auf. Zeichnung aus der Graphic Novel „I got Rhythm" von Niels Schröder. © niels-schroeder
Coco Schumann und Band

Bilder aus der Dokumentation des Bayerischen Fernsehens

In einem Film des Bayerischen Rundfunks wurde die Graphic-Novel „I got Rhythm" von Caroline Gille und Niels Schröder vorgestellt. © Niels Schröder
© Bayerisches Fernsehen

Mehr zum Film „Musik als Zuflucht" findet sich unter der Rubrik „Radio und TV."


Im Bayerischen Rundfunk (BR) wurde der Dokumentarfilm von Andrea Roth über das Leben von Coco Schumann gezeigt - hier wurde auch die Graphik-Novel „I got Rhythm" vorgestellt. © niels-schroeder
Film von Andrea Roth © BR

Das Bayerische Fernsehen sendete am 3. Juni eine Dokumentation der Filmemacherin Andrea Roth über Coco Schumann. Hier wurde auch die Graphik-Novel „I got Rhythm" von C.Gille und N.Schröder vorgestellt
Film von Andrea Roth © BR

Bestellung des Buches

Hier sind drei links über die sich das Buch bestellen läßt. Um den deutschen Buchhandel zu unterstützen sei an dieser Stelle empfohlen, das Buch beim Buchhändler ihres Vertrauens und in ihrer Nähe zu ordern. 


 

 

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Programmvorschau des be.bra verlages für das Frühjahr 2014

Frühjahrsvorschau des be.bra verlages im Jahr 2014: Hier wurde auch die Graphic-Novel „I got Rhythm" angekündigt. © niels-schröder
be.bra verlag berlin

Das Programmheft (Frühjahr 2014) des be.bra verlags. Programmheft mit Titelvorschau.

 

Im März erschien die Graphic Novel im be.bra verlag in Berlin. Und am 14. Mai 2014 wurde Coco Schumann 90 Jahre alt. Die Graphic Novel wurde ihm zu Ehren am 9. Mai bei Dussmann (dem Kulturkaufhaus in der Berliner Friedrichstrasse) der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach einer kurzen Darstellung seiner Biografie anhand einer Auswahl von Texten und Bildern aus der Graphic Novel durch die Autoren Caroline Gille und Niels Schröder gab es ein Autorengespräch mit Coco Schumann persönlich, der sich sehr dankenswerter Weise trotz einer Flut von Interviews und Fernsehberichten für diesen Abend Zeit genommen hatte.

 

Siehe dazu auch unter der Rubrik „Pressespiegel" und „Radio und TV" - Berichte.

 

Die Graphic Novel zählte im Mai zu den drei Bestsellern des KulturKaufhauses Dussmann sowie zu den drei verlagsinternen Bestsellern des be.bra verlages.


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Programmheft be.bra verlag